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Saarländisches.


Der Saarländer liebt das gute Leben, er ist ein Gourmet der nur in Restaurants der gehobene Klasse speist und französische Spitzenweine trinkt. In der Freizeit besucht er Galerien und Vernissagen geht ins Theater und hört Konzerte. Reiten, Tennis, Golf sind seine bevorzugten Sportarten.

Soweit das eine Vorurteil, das andere Vorurteil:

Die beiden Grundnahrungsmittel der Saarländer sind Schwenkbraten und  Lyoner, (Fleischwurst) dazu trinken sie Karlsberg Ur-Pils. In der Freizeit werkeln sie am Haus oder arbeiten im Garten. Ihr Lieblingssport ist Fußball.

Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.


Das zum Grillen des Bratens erforderliche Equipment soll im Folgendem beschrieben werden:

Der Schwenker ist ein Grillgerät besonderer Art. Der Standard-Schwenker besteht aus einem dreibeinigem Ständer an dem höhenverstellbar, ein Rost hängt der hin und her bewegt werden kann. Das Grillen läßt sich dadurch besser steuern als bei einem festen Rost. Dieser Schwenker ist zerlegbar und somit transportabel. Er ist praktisch in jedem Gelände einsetzbar außer in Steilwänden im Gebirge.
Das Material, aus dem er besteht ist nicht genormt, sonder ist abhängig vom Arbeitsplatz des Konstrukteurs. Der Schwenker kann folglich aus einfachem Baustahl, bis hin zu rostfreiem Edelstahl gefertigt sein.

Schwenker
Klick zum ortsfesten Schwenker
 Der ortsfeste Schwenker steht entweder im Garten oder er ist unter dem Balkon installiert. Unter
 dem Balkon hat es den Vorteil, daß er bei Regen und im Winter benutzbar bleibt. Als Feuerstelle
 für die Unterbalkontype dient eine ausrangierte Waschmaschinen-Trommel.

Wenn man hier klickt, sieht man einen Schwenker für Faule !


 Nachbarschaftsstreit, wegen der Geruchsentwicklung während des Schwenkens ist äußerst selten,
 es sei denn, der Nachbar ist ein Zugereister und versteht nichts von unserer Lebensart.

So zünde ich die Holzkohle an, hier klicken !


Schwenkbraten-Rezept

Zutaten:
*   300 g Schweinekamm pro Person,
*   Zwiebeln,
*   Pfeffer,
*   Salz,
*   Knoblauchzehen,
*   Paprika,
*   Muskat,
*   Lorbeerblätter,
*   Mein Schwager gibt auch etwas Senf dazu.
Zubereitung:
Das Fleisch von beiden Seiten kräftig mit der Würzmischung einreiben. Zwiebeln schälen,
kleinschneiden. Das Fleisch in eine Schüssel legen, mit den Zwiebeln bedecken und ein bis
zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Die saarländische Mundart ist für einen hochdeutsch sprechenden Menschen schwer zu verstehen. Im Ausland sprach mich eine Frau aus Norddeutschland an, sie hatte uns beim Reden zugehört: "Excuse me, where are you from?". Ich antwortete: "I'm from Germany!". Etwas verdutzt meinte sie: "Es hörte sich so exotisch an".

Grubenlampe
Früher gab es auf jeder saarländischen Grube eine Kantine, die hieß: "Kaffeeküche".

Das führte bei einem Fremden schon mal zur Irritation.

Ein Elektro-Monteur von der Ruhr, der ein paar Tage bei uns arbeitet, rief mir zu:

" Hey Mann!, lauter Scharlatane gibt's hier in dem Betrieb ".

Auf mein erstauntes: "Wieso?", meinte er:

" An eurer Kantine steht oben groß Kaffeeküche dran, aber kein Mensch trink da Kaffee".


Kaffeeküche







Mein Wohnort


Spiesen ist ein Dorf im Saarland bei Neunkirchen.
Es hat ca. 6700 Einwohner und wurde erstmals urkundlich im Jahre 1195 erwähnt.
Vor der Industrialisierung lebten hier meist Bauern.
Bis in die achtziger Jahre arbeiteten viele Bewohner auf Kohlengruben oder auf der Hütte in
Neunkirchen. Spiesen ist reines Wohngebiet und mit wenigen Arbeitsplätzen.


Spiesen

Auf dem Bild, mit Blick von meinem Balkon, sehen Sie einen Teil von Spiesen mit seinem Kirchlein,
eingebettet in malerisches Grün und alles sieht so friedlich aus.

Doch dieses Kirchlein hat ein mächtiges Glockengeläut, das mehrmals am Tage die Gemeinde erzittern läßt. Dabei fallen einem alle Sünden ein, was ja wohl der Sinn der Sache ist. Besonders am Sonntagmorgen Punkt 7:45, wenn ich mich noch im Tiefschlaf befinde, weil ich wieder zu lange am Computer saß und spät ins Bett ging, erschallen die Glocken mit Macht und ich falle vor Schreck aus dem Bett.

Aber sonst kann man hier gut leben.


Der amtliche Name unseres Ortes lautet Spiesen-Elversberg.

Wir, die Spieser, haben Elversberg eingemeindet. Unser Nachbarort entstand mit der Industrialisierung
des Saarlandes. Seine Einwohner waren meist Zugereiste die in den umliegenden Betrieben Arbeit fanden.

Bei uns dagegen lebten nur Ureinwohner mit bäuerisch-katholischer Kultur. Reibereien zwischen den Leuten waren also vorprogrammiert und führten auch schon mal zu handfesten Auseinandersetzungen. Böse Zungen meinten damals: "Man solle den Elversberg abgraben und Spiesen damit zuschütten". Weil Elversberg über kein Umland verfügte, waren die Grenzen seines Wachstums schnell erreicht. Vor der Eingemeindung war es der dichtbesiedelste Ort Europas.

Nachdem wir das "Volk ohne Raum" zu uns genommen hatten, wählten sie Dank ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit, einen der ihren zum Bürgermeister.


Aber sonst vertragen wir uns gut.
Gänseliesel
Im 30-jährigen Krieg wurde auch Spiesen von wilden Landsknechten überfallen und ausgeplündert. Nur dem Gänseliesel ist es zu verdanken, daß danach die restlichen Spieser nicht verhungert sind.

Das Gänseliesel hatte vor dem Überfall, alle Gänse des Ortes, im tiefen Walde vor der Horde in Sicherheit gebracht. Nach dem Abzug der Krieger ernährten sich die Überlebenden eine ganze Weile ausschließlich von Gänsebraten.

Daß diese schrecklichen Ereignisse über Generationen im Bewußtsein der Spieser erhalten geblieben sind, sieht man daran, daß ich keinen Gänsebraten mag und lieber Schwenkbraten esse!


Nach einem Unwetter im August 99 stand die City von Spiesen unter Wasser.
Als sich "Abgesoffene" beim Bürgermeister beschwerten, - die Überschwemmung sei auch auf Baufehler seitens der Gemeinde zurückzuführen -, meinte er: " Ihr seit ja blöde ".
Der Slogan des Bürgermeisters: " Das freundliche Rathaus " hatte hier keine Gültigkeit, denn die Sache spielte sich im Freien ab.

Aber sonst sind die Leute hier freundlich.



Am 01.02.2004 durften wir Bürger von Spiesen-Elversberg zum ersten Mal den Bürgermeister selbst wählen. Es war eine Personenwahl. Nun, wie zu erwarten, haben wir den Alten in die Wüste geschickt und einen Jüngeren gewählt. Der Junge will mit uns Bürgern zusammenarbeiten und mehr Demokratie wagen. Es kann also nur besser werden :-)



Schorsteinfeger         Ja, freundlich und anhänglich sind die Leute hier.
Nehmen wir z.B. den Schornsteinfeger. Obwohl ich seit 10 Jahren eine Gasheizung habe, kommt er jedes Jahr trotzdem den Kamin kehren. "Aber lieber Schornsteinfeger" sagte ich zu ihm, "das Abgasrohr ist doch ganz sauber und glänzt metallisch. Da gibt es nichts mehr zu reinigen! " Aber er stellt sich taub und kommt immer wieder reinigen. Ich bin mal gespannt, wann er auch meine Küche kehren kommt. Dort steht nämlich ein Gasherd.

gute Butter         Die gute Butter.

Tierische Fette sind nicht ungesund ! Sagt eine neue Studie.
Das Geld für diese Studie hätten man sich sparen können, wenn man mich vorher gefragt hätte.
Ich weiß das nämlich schon seit Kindesbeinen dass Butter gesünder als Margarine ist.


Nach dem Krieg bekamen wir einen neuen Lehrer zugewiesen. Der Lehrer kam aus Boppard am Rhein. Boppard liegt dort, wo der Rhein am schönsten ist, also zwischen Bingen und Koblenz. Spiesen dagegen lag zwischen Kohlengruben und Stahlwerken. Dass der Lehrer frustriert war, kann man verstehen. Das hatte aber den Vorteil, der Mann hielt mit seiner Meinung über uns nicht hinter dem Berg. Nach ein paar Tagen Unterricht meinte er über uns:

"Ihr seid dumme Margarinenköppe"!

Damals war mir sofort klar, Kinder, die Butter auf dem Brot haben, werden gescheiter. Und weil man ja in der Kindheit geprägt wird, findet man in meinem Haushalt bis heute keine Margarine.

In unserer modernen Freizeitgesellschaft werden die tollsten Extremsportarten angeboten: Bungee-Jumping, Rafting, Hill-Climbing und wie sie alle heißen.
Diese Freizeitbeschäftigungen kosten viel Geld und erfordern meistens eine teure Ausrüstung.
Bei uns in Spiesen können Sie ganz kostenlos Abenteuersport betreiben. Alles was man an Ausrüstung braucht sind ein paar Schuhe mit Spikes.

Der Sport heißt -Mainstreet-Crossing- und geht so:

Man versucht zur Verkehrszeit die Hauptstraße zu überqueren.
Wer die andere Straßenseite unbeschadet erreicht bekommt 100 Punkte.
Extrapunkte gibt's, wenn man kleine Kinder und Alte mitnimmt.

Ein Zebrastreifen würde das aufregende Spiel nur verderben.




Hier die offizielle Webseite der Gemeinde Spiesen-Elversberg




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